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Schnupperflug

Robinson R22 / Cessna 172 / Boeing 737-800 NG

Fun + Training

Flugsimulator Helikopter R22
Flugsimulator Cessna172

René

 

Am vergangenen Freitag, 22. November, waren Bruder Mariano und ich bei dir in Dierikon, um einen Gutschein für den Cessna-Flugsimulator einzulösen. Im Folgenden das von dir gemailte Bild von uns in voller Piloten- und Copiloten-Aktion. Lieben Dank nochmals für deine Betreuung, die uns ein eindrückliches Erlebnis verschaffte (vgl. ausführlichen Bericht, den ich für denjenigen schrieb, der mir den Gutschein weiter schenkte, nach dem Foto).

 
 

Im Voraus fragte ich mich, wie warm es wohl sein werde beim Simulator. Es hatte dann angenehme Zimmertemperatur, so dass wir die Jacken ausziehen konnten. Das Ganze war sehr interessant und lehrreich – und für mich dementsprechend "anstrengend" (am Schluss nach gut 2 Stunden "Training", vibrierten meine Knie ein wenig) – weil diese Simulation sehr realitätsnah verlief (und ich mich voll hinein gab). Nach Erklärung des Simulators von aussen, mit seinen 5 bis 6 Beamern, welche ein 180 Grad-Bild vor dem "Piloten" bzw. dessen Cockpitscheiben erzeugen (so dass man beispielsweise die Berge auch auf der Seite sieht, s. unten), und jeder von einem eigenen Rechner/ PC angesteuert wird, führte uns Inhaber Peter Fischer etwas in die Flugplanung samt Flugkarte der Schweiz ein. Dabei lernten wir unter anderem, dass man nicht einfach überall durchfliegen darf, insbesondere um den Flughafen Zürich herum. Auch sollten wir „Kilometer“ und „Meter über Meer“ vergessen, denn beim Fliegen gelten „Knoten“ und „Fuss“ (1 Knoten = knapp 2 km; 1 Fuss = gut 30 cm - so liegt denn Mollis auf ca. 1'400 Fuss über Meer, so zeigt es der Höhenmeter an). Dann erklärte uns Peter (wir waren schnell beim Du, ob das wohl im Fliegerwesen so üblich ist?) das Innere des Simulators bzw. des Cockpits, in dem 2 Personen Platz haben und das wie echt aussah (einzig die Gurten bei den Sitzen fehlten wohl) mit seinen vielen Anzeige-Instrumenten und Schaltern, von denen ich mir spontan nicht alle merken konnte, obwohl sich Peter nur auf die wichtigsten konzentrierte (unter anderem liess er die ganzen Apparate für den Funk weg – unter http://www.flugsimulation-vfr.ch/flaechenflugzeug/ kannst du direkt ins Cockpit dieser Cessna 172 sehen samt wenden des Blickwinkels – unter http://www.flugsimulation-vfr.ch/cessna_172/ ist die Cessna beschrieben – leider habe ich dies nicht im Voraus gelesen/ studiert…). So flog ich dann prompt nachher mit ausgefahrenen Rädern und "Flaps" (gemeint sind die Landeklappen an den Flügeln), was zwar ging aber nicht optimal war in Bezug auf Geschwindigkeit und Treibstoffverbrauch. Ich war überrascht, dass bei den beiden Fusspedalen, die zum Lenken des Flugzeugs beim Rollen auf dem Boden und für das Seitenruder im Flug dienen (das eher selten benutzt wird), auch eine Bremsfunktion für die Räder am oberen Teil der Pedalen eingebaut ist. Weil ich mich nicht gut vorbereitet hatte, war für mich nun wichtig zu wissen, ob bei diesem Flugzeug in der Realität die Flügel unten oder oben am Rumpf angebracht sind. Sie seien wie bei einem Pilatusporter oben angebracht. Das macht meines Wissens das Flugzeug stabiler bei Fliegen. Als ich sah, dass der Simulator als Flugplatz „Grenchen“ anzeigte, wünschte ich mir unseren „Heimatflugplatz“ Mollis, was gewährt wurde. So „flog“ Peter mit mir [nach dem Rollen unmittelbar vor die Piste, Startcheck, Rollen auf die Piste und Start in die Luft] eine Runde über die Linth Ebene. Mariano, auf einem Barhocker, schaute bei all dem von hinten zu, denn eine Rückwand beim Cockpit gibt es nicht. Hier weiss ich nicht mehr genau, wie es war, aber ich denke so: Nach der Landung durfte ich ans Steuer und mal eine Runde drehen, assistiert von Peter. Für die Landung fragten wir uns, ob der Flugplatz Schänis in Frage komme. Dies verneinten wir, weil es dort nur eine schwer sichtbare Graspiste gibt und dies für die erste Landung zu schwierig ist. So landete ich von Norden her wieder in Mollis. Danach konnte Mariano anstelle von Peter auf den Nebensitz und wir mussten uns entscheiden, wohin es gehen sollte. So wählten wir das Klöntal, Schwyz und den Vierwaldstättersee aus. Und los ging es. Start gut gelungen, rechts rein ins Klöntal, stetig steigen, mit der Zeit auf über den Bergen sichere 8‘000 Fuss. Über Schwyz kam der Gedanke, uns Einsiedeln von oben anzusehen – also Rechtskurve [d.h. am „Steuerrad“, genauer „Steuergriff“, etwas nach rechts drehen und leicht ziehen] und gegen den bereits sichtbaren Sihlsee zu, über Unteriberg (Heimatort!) hinweg. Links unten sahen wir dann das grosse Kloster, das im Gegensatz zu anderen Gebäuden recht gut sichtbar war; denn im Normalfalls sind Gebäude nur zweidimensional als braune (flache) Rechtecke dargestellt, abgesehen von den dreidimensional dargestellten Gebäuden am Flugplatz (so sind z.B. in Mollis die Hangars gut sichtbar, auch Militärfahrzeuge und anderswo parkierte Flugzeuge). Danach ging es gegen den Zürichsee, wo wir bald recht schön den Damm von Rapperswil sahen. Zurück im Glarnerland wollten wir uns das Kloster Näfels genauer anschauen, was aber misslang, wegen der beschriebenen Einschränkung bei der Darstellung von Gebäuden. Nach einer 180-Grad-Wende vor dem Vorder-Glärnisch landeten wir von Glarus/ Süden her in Mollis, starteten aber sogleich durch und „flogen“ (so realistisch ist es!) über den Walensee gegen Chur. Aber schon bei Landquart ging es über dem Prättigau gegen Klosters zu, denn wir wollten nach Samedan. Hier, in den Bündner Bergen, sollte mich Mariano, unser Bündner-Fan, anhand einer Karte, die er von Peter bekam, navigieren, was für ihn aber schwierig war. Denn es ist doch etwas anderes, die Gegend aus der Vogelperspektive zu erkennen als sie unten zu durchqueren. Seen und Flüsse sind aber gute Anhaltspunkte. Mariano hatte aber Freude an der Bergwelt, die sich zeitweise unter uns zeigte ähnlich den Wellen eines Meeres. Wenn man bedenkt, dass hier viel früher einmal alles flach bzw. ein Meer war… – So lehrte uns Peter, dass man 90 % nach Sicht und 10 % nach Instrumenten fliege (ich habe wohl eher mehr auf die Instrumente geschaut, insbesondere auf die Anzeige des Steigens und Sinkens). Um in den Wolken fliegen zu dürfen, brauche es eine zusätzliche Ausbildung (Brevet). – Über dem See bei Davos mussten wir links ins rechte Tal „hinein“ bzw. uns darüber halten. Peter half uns dann beim Navigieren, so dass wir schlussendlich in Samedan landen konnten – und gleich wieder durchzustarten. Bald einmal stotterte der Motor und ich bekam einen Adrenalinschub und überlegte mir schon, wo ich Notlanden könnte. Aber der Motor funktionierte kurz darauf wieder gut. [Im Nachhinein kommt mir in den Sinn, dass ich den einen Hebel mal hätte benützen sollen, um das Luft-Sauerstoff-Gemisch für den Motor der Höhe anzupassen. Aber damit hatte ich zuvor schlechte Erfahrungen gemacht, als ich ihn einmal am Boden betätigte, zwar bei Standgas. Denn damals stellte der Motor ab.] So flogen wir dann auch noch über italienisches Gebiet, ohne den Pass dabei zu haben. Hier zeigte sich, dass die Bilder von Italien nicht so gut gemacht sind wie diejenigen von der Schweiz. Letztere seien vor 8 Jahren per Satellit aufgenommen worden. Über den Bergen, auf gut 8‘000 Fuss über Meer, hatten wir dann beim einfachen Geradeausfliegen über Berge auch etwas Zeit, über andere Themen zu reden. Peter interessierte sich nämlich für den Franziskanerorden (mit der Einstiegsfrage: „Was ist der Unterschied zwischen kath. Kirche und Franziskanern?“ Natürlich keiner…). – So gelangten wir ins Tessin und landeten in Locarno, aber nicht auf der festen (diese sei für die grösseren Flugzeuge) sondern auf einer der beiden Gras-Pisten. Hier war ich wohl zu hoch oder konnte ich nicht genügend schnell bremsen, so dass unser Flugzeug erst nach der Piste in der Wiese zum Stehen kam. Peter meinte humorvoll, dass wir es doch geschafft hätten, noch vor dem See anzuhalten. Danach konnte ich unseren Flieger noch neben andere rollen und parkieren und schon war die Zeit abgelaufen. So mussten wir (gleichsam) mit dem Zug heim reisen um wieder ins Luzernische zu kommen, wo unser Auto stand.  :-)